Nachdenkliches · Kurzgeschichten

Von:    Robert Zobel      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 12. März 2008
Bei Webstories eingestellt: 12. März 2008
Anzahl gesehen: 2247
Seiten: 2

Meinen Reichtum trage ich im Kopf und das Geld das ich verdiene wandele ich mit Reisen in Erfahrungen um. Diese kann ich dann wiederum in die fehlenden Puzzlestellen in meinem Gehirn einsetzen und so werde ich immer geistreicher.

Andere Leute zeigen einen Plasmafernseher. Ich erzähle eine Anekdote. Und ich wünsche mir sehnlichst einen Kreis von Menschen, der meinen Reichtum versteht und über den finanziellen Reichtum hinwegsieht, weil er eben keine Bedeutung hat. Das wäre genauso als würde man eine Springmaus wegen ihrem gesammelten Futter bewundern und dabei kann sie als einzige Springmaus zwei Kilometer in die Höhe springen.

Wobei ich nicht mit Gewissheit weiß, ob eine Springmaus sich Futter sammelt.

Natürlich darf und soll man stolz sein auf sein Leben und darauf, dass man Geld gespart hat um sich irgendwas leisten zu können. Irgendwie kommt es mir nur so vor, als würde alle Leute sich irgendwas leisten was sie gar nicht brauchen. Also nur, um sich was leisten zu können. Weil irgendwer sagt, dass das gerade toll ist und der Nachbar das ja auch hat. Oder es war mal total teuer und man konnte es sich nicht leisten und dann wird es billiger und man kauft es und freut sich. Nach ein paar Wochen aber ist dieses Besitztum auch schon wieder in die Normalität versackt und man holt den Stolz darauf nur noch heraus wenn Besucher kommen und man sich an Ihnen messen will. Dabei kann man natürlich auch den Kürzeren ziehen. Zum Beispiel wenn er den gleichen Plasmafernseher noch zum teuren Preis erworben hat und das total ok findet. Oder seine Bildröhre ist größer. In jedem Fall verhält sich ein finanzieller Kräftewettstreit ja so, dass nichts dabei herauskommt. Einer wird den Schwanz einkneifen und wenig später wieder versuchen den Gewinner zu toppen, aber es bleibt nichts positives Nützliches zurück. Anders wäre es, wenn es ein intellektuelles Kräftemessen gibt und dabei meine ich nicht ein Austausch von „Das weiß ich“ und „Das weißt Du“, sondern darum neue Denkmodelle aufzuzeigen, mal um die Ecke zu grübeln und Kopfarchitekt zu sein. Intelligenz wird ja oft mit Wissen verwechselt. Das ist aber Quatsch. Wer viel weiß, hat sich vielleicht auch alles mit viel Energie und Strebsamkeit in den Kopf gebracht. Wichtig ist, wie er sein Wissen verknüpft und was dabei herauskommt.
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Bei so einem Kopfreichtumsstreit würde der Verlierer nicht geknickt den Ring verlassen, sondern würde von dem was ihn besiegt hat auch etwas für sich ziehen können. In Griechenland hat man Philosophen gehabt die solche Kämpfe den ganzen Tag gegen ihre Schüler geführt haben.

Zu solchen Gebaren zieht es mich und ich bin längst an meinem Limit, weil ich keine Streitlustigen mehr finde. Auf jeden Fall keine, die sich auch andere Meinungen annehmen und nicht gleich ihren Gehirnzellen befehlen die Ellbogen auszustrecken. Schade ist das.

Ich möchte am Ende meiner Tage auf die Welt schauen und sagen können: „Ich hab Dich verstanden“.

Das ist mein Ziel.
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Hallo, besonders die letzte strophe gefällt mir. Wäre das leben nur schön und man hätte alles, wäre man auch nicht glücklich. lg Holger

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Kommentar von "axel" zu "Le Catacombe dei Cappuccini"

Gruselig aber äußerst interessant.

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